Baukasten-Systeme sind günstig (ab ca. 15-40 EUR/Monat), aber begrenzt und selbst zu pflegen. Freelancer bieten gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (2.000-8.000 EUR) für klar umrissene Projekte. Agenturen (ab 5.000 EUR aufwärts) liefern Strategie, Prozesssicherheit und langfristige Betreuung. Entscheidend sind Budget, Komplexität und wie wichtig Ihre Website für den Umsatz ist.

Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch: „Was kostet denn eine Website?" Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, vor allem darauf, wer sie baut. Zwischen einem 20-Euro-Baukasten-Abo und einem fünfstelligen Agenturprojekt liegen Welten, und beide können in bestimmten Situationen die richtige Wahl sein.
In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen die drei gängigen Wege, eine Website erstellen zu lassen: den Baukasten in Eigenregie, den Freelancer und die Agentur. Wir vergleichen nicht nur die reinen Kosten, sondern auch Qualität, Zeitaufwand, Risiko und Folgekosten. So können Sie als Entscheider eine fundierte Wahl treffen, statt sich am Ende über eine teure Fehlentscheidung zu ärgern.
Die drei Wege im Überblick
Bevor wir in die Zahlen einsteigen, lohnt ein Blick auf das grundsätzliche Prinzip hinter jeder Option. Denn der Preis allein sagt wenig aus, entscheidend ist, was Sie dafür bekommen und was an Aufwand bei Ihnen hängen bleibt.
Der Baukasten (etwa Wix, Squarespace, Jimdo oder Webflow im Self-Service) ist ein Do-it-yourself-System. Sie mieten eine Plattform, wählen eine Vorlage und pflegen alles selbst. Der Anbieter kümmert sich um Technik, Hosting und Updates.
Der Freelancer ist ein selbstständiger Spezialist, oft Designer oder Entwickler -, der Ihr Projekt individuell umsetzt. Sie arbeiten direkt mit einer Person zusammen.
Die Agentur bündelt mehrere Fachleute unter einem Dach: Strategie, Design, Entwicklung, Text, SEO und Projektmanagement. Sie erhalten ein Team und einen strukturierten Prozess.
Kostenvergleich: Was Sie realistisch einplanen sollten
Schauen wir uns die tatsächlichen Investitionen an. Die folgenden Bandbreiten beziehen sich auf den DACH-Markt und typische KMU-Projekte.
Baukasten-Systeme
Die Einstiegshürde ist niedrig: Zwischen 15 und 40 EUR pro Monat kosten die meisten Business-Tarife, also rund 180 bis 480 EUR im Jahr. Dazu kommen gelegentlich Kosten für Premium-Vorlagen, Plugins oder eine eigene Domain. Der große Posten ist jedoch unsichtbar: Ihre Arbeitszeit. Wer eine ansprechende Seite selbst aufbaut, investiert schnell 20 bis 60 Stunden, Zeit, die Ihnen im Kerngeschäft fehlt.
Freelancer
Eine einfache Unternehmenswebsite mit fünf bis zehn Seiten liegt meist zwischen 2.000 und 5.000 EUR. Anspruchsvollere Projekte mit individuellem Design, Blog oder einfachen Funktionen bewegen sich im Bereich von 5.000 bis 8.000 EUR. Stundensätze liegen je nach Erfahrung typischerweise zwischen 60 und 120 EUR. Der Preis schwankt stark mit der Qualifikation, und leider auch mit der Verlässlichkeit.
Agentur
Hier beginnen professionelle Projekte in der Regel bei 5.000 EUR und reichen für mittelständische Auftritte mit Strategie, Individualdesign, Texten und SEO-Grundlage schnell in den Bereich von 10.000 bis 25.000 EUR. Umfangreiche Portale, E-Commerce oder Websites mit KI-gestützten Funktionen und Automatisierungen können deutlich darüber liegen. Dafür erhalten Sie ein durchdachtes Gesamtpaket statt einer reinen Umsetzung.
Nicht nur der Preis zählt: Qualität, Zeit und Risiko
Ein niedriger Preis ist nur dann ein guter Preis, wenn das Ergebnis Ihre Ziele erreicht. Betrachten wir die weichen Faktoren, die oft mehr über den Erfolg entscheiden als die reine Rechnung.
Qualität und Individualität: Baukästen liefern solide, aber austauschbare Ergebnisse. Ihre Website sieht dann leicht aus wie tausend andere. Freelancer können hohe Qualität liefern, wenn Sie den richtigen finden, die Spannbreite ist jedoch groß. Agenturen setzen auf abgestimmte Prozesse und eine zweite Meinung im Team, was die Qualität stabiler macht.
Zeitaufwand für Sie: Beim Baukasten tragen Sie die Hauptlast. Beim Freelancer bleiben Sie zentraler Ansprechpartner und müssen selbst koordinieren, etwa Texte und Bilder liefern. Die Agentur übernimmt das Projektmanagement und entlastet Sie am stärksten, ein oft unterschätzter Wert.
Risiko und Ausfallsicherheit: Ein Freelancer kann krank werden, umziehen oder das Projekt priorisieren. Fällt er aus, steht Ihr Projekt still. Agenturen fangen Ausfälle intern ab und arbeiten mit Verträgen, Zeitplänen und Dokumentation. Beim Baukasten hängen Sie von der Plattform ab: Ändert der Anbieter Preise oder stellt einen Dienst ein, haben Sie wenig Handhabe.
DSGVO und Compliance: Gerade im DACH-Raum ein sensibles Thema. Baukästen aus dem außereuropäischen Raum sind nicht automatisch rechtssicher, Cookie-Banner, Datentransfer in Drittländer und ein sauberes Impressum liegen in Ihrer Verantwortung. Professionelle Dienstleister berücksichtigen diese Anforderungen von Beginn an und reduzieren Ihr Abmahnrisiko.
Folgekosten: Der oft übersehene Faktor
Eine Website ist kein einmaliges Projekt, sondern ein lebendes System. Nach dem Launch entstehen laufende Kosten, die sich je nach Weg deutlich unterscheiden.
Beim Baukasten zahlen Sie das monatliche Abo dauerhaft. Kündigen Sie, ist die Website meist weg, ein Umzug zu einem anderen System ist selten möglich. Sie sind langfristig an den Anbieter gebunden.
Beim Freelancer sollten Sie klären, ob und wie er Sie nach dem Launch betreut. Viele Freelancer bieten Wartung an, sind aber nicht immer schnell erreichbar. Fehlt eine Vereinbarung, stehen Sie bei Problemen unter Umständen allein da.
Bei der Agentur sind Wartung, Updates, Sicherheit und Weiterentwicklung oft Teil eines Betreuungsvertrags. Das kostet monatlich, sichert Ihnen aber einen verlässlichen Partner und schützt Ihre Investition. Rechnen Sie hier mit laufenden Kosten, die sich nach Umfang richten.
Ein praktischer Tipp: Achten Sie immer darauf, dass Sie am Ende Eigentümer Ihrer Domain, Ihrer Inhalte und, bei individuellen Lösungen, des Quellcodes sind. Das gibt Ihnen Unabhängigkeit, falls Sie den Anbieter später wechseln möchten.
Welche Option passt zu welchem Unternehmen?
Die richtige Wahl hängt von drei Fragen ab: Wie wichtig ist die Website für Ihren Umsatz? Wie komplex sind Ihre Anforderungen? Und wie viel Zeit und Budget können Sie investieren?
Der Baukasten passt, wenn Sie ganz am Anfang stehen, ein sehr knappes Budget haben und eine einfache Visitenkarte im Netz benötigen. Für einen Handwerksbetrieb, der lediglich Kontaktdaten und Leistungen zeigen möchte, kann das ausreichen. Sobald jedoch Wachstum, Individualität oder Marketing eine Rolle spielen, stoßen Sie schnell an Grenzen.
Der Freelancer passt, wenn Sie ein klar umrissenes Projekt mit überschaubarer Komplexität haben, direkten Draht zu einer Person schätzen und bereit sind, selbst zu koordinieren. Für viele kleine Unternehmen mit soliden, aber begrenzten Anforderungen ist das ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, vorausgesetzt, Sie prüfen Referenzen sorgfältig.
Die Agentur passt, wenn Ihre Website ein zentrales Vertriebsinstrument ist, wenn Sie Wert auf Strategie, Marke und messbare Ergebnisse legen und wenn Sie sich Prozesssicherheit sowie langfristige Betreuung wünschen. Für Unternehmen, die über die Website Leads generieren, in Sichtbarkeit investieren oder komplexe Funktionen benötigen, rechnet sich die höhere Investition meist schnell.
Ein nützlicher Denkanstoß: Betrachten Sie Ihre Website nicht als Kostenposten, sondern als Investition. Wenn eine professionell umgesetzte Seite Ihnen pro Monat einige wenige zusätzliche Kunden bringt, hat sie sich oft innerhalb eines Jahres amortisiert. Ein Baukasten spart kurzfristig Geld, kann aber langfristig teuer werden, wenn er zu wenig Anfragen liefert.
Fazit: Kosten sind nur die halbe Wahrheit
Der reine Preisvergleich zwischen Baukasten, Freelancer und Agentur führt in die Irre, wenn Sie nur auf die Zahlen schauen. Ein Baukasten ist günstig in der Anschaffung, kostet Sie aber Zeit und begrenzt Ihr Wachstum. Ein Freelancer bietet ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis, birgt aber ein gewisses Ausfallrisiko. Eine Agentur ist die höchste Investition, liefert dafür Strategie, Qualität und Verlässlichkeit aus einer Hand.
Stellen Sie sich vor jeder Entscheidung die entscheidende Frage: Welche Rolle soll Ihre Website im Unternehmen spielen? Ist sie reine Pflicht, genügt oft eine schlanke Lösung. Soll sie aktiv Kunden gewinnen und Ihre Marke stärken, ist professionelle Umsetzung selten der falsche Weg.
Unser Rat: Definieren Sie zuerst Ihre Ziele und Ihr Budget, dann die passende Umsetzungsform, nicht umgekehrt. Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg zu Ihren Anforderungen passt, sprechen Sie mit uns. In einem unverbindlichen Gespräch klären wir gemeinsam, welche Lösung für Ihr Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll ist, ehrlich und ohne Umwege.


